Documenta 14

Auf den letzten Metern haben meine Frau und ich es dann gestern auch mal in die Ausstellungsbereiche der Documenta 14 geschafft. Das wäre aber auch eine peinliche Nummer geworden. „Wohnen in Kassel und schaffen es noch nicht einmal sich die Documenta anzuschauen.“ Da würde man kaum widersprechen können. Aber wir haben das Unheil noch einmal abgewendet.

Documenta 14, Thematisch eine schwere Kost

Die Documenta 14 steht ganz im Zeichen der „Flüchtlingskrise“ und den damit verbunden Schwierigkeiten, politischen Spannungen etc. Viele Arbeiten haben einen direkten Bezug. Das kaputte Boot einer gescheiterten Mittelmeerüberquerung, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit Menschenleben gekostet hat. Oder „Europa in Scherben“, eine Arbeit die mich beeindruckt hat. Krieg, Zerstörung, Diktaturen, Verfolgung sind mögliche Gründe für eine Flucht. Auch in Richtung Europa. Und auch dies ist thematisch aufgegriffen.

Die Arbeiten umfassen alle gängigen Methoden. Skulpturen, Fotografie, Installationen, Malerei, Werke aus Holz, Stahl, Glas und Beton… von einer enormen Zahl an Künstlern. Natürlich kann man nicht alles mögen, das steht außer Frage. Dennoch stellte sich uns bei vielen Werken die Frage, ob das noch Kunst ist. Oder besser gefragt, wann wird es Kunst? Bei einigen Werken konnte man sich nicht dem Eindruck nicht verwehren, dass es nur zur Kunst wird, weil es auf der Documenta ausgestellt ist. Das Vorfinden im Kindergarten einzelner Arbeiten hätte keine große Verwunderung ausgelöst. Zumindest bei uns nicht.

Auffällig auf dieser Documenta sind die vielen Beamerinstallationen, bei denen in der Regel Filme und Videos laufen. Verhältnismäßig lange, so um die 35. Minuten, oder auch kürzere mit nur einigen Minuten. Einige Arbeiten wussten zu überzeugen und sehr viele leider nicht. Zumindest uns nicht.

Fazit nach dem ersten Besuch der Ausstellungen

Vorweg geworfen, ich bin kein Kunstkenner! Ich mag schönes Design und Architektur begeistert mich auch. Bei der Documenta 14 ist vieles schräg und für mich leider unverständlich. Ich kann mich schwer damit anfreunden, dass Kunst losgelöst vom handwerklichen Können betrachtet wird. Bei mir stellt sich dann immer die Frage nach dem Zufall und nach dem Warum? Aber wie bei Musik muss man nicht und man kann vor allem nicht alles mögen. Vielleicht findet man zu vielem einfach auch keinen Zugang. Wer weiß…

Es gibt aber viele Arbeiten der 14 Documenta, die mich angesprochen haben. Meistens wegen Form und Farbe in Verbund mir einer schönen Idee. Was mich jedoch am meisten fasziniert ist das internationale Flair, in welches Kassel während der Zeit abtaucht. Um die Ausstellungsbereiche ist dieses sehr deutlich spürbar und verändert massiv die Atmosphäre. Aus diesem Blickwinkel könnte in meinen Augen jedes Jahr Documenta sein.

Impression Documenta 14

Außenbereich:

Documenta Halle:

Fridericianum:

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